04 Brauche ich als Solopreneur überhaupt eine Webseite?

By Thomas | Webseite

Mrz 06

Wenn Sie am Anfang ihrer Selbstständigkeit stehen möchte ich Sie zu einem mutigen Schritt ermutigen: Legen Sie ohne Webseite los.

Denn dass man eine Website braucht ist ein ähnlicher Mythos wie so viele Mythen um die Selbstständigkeit. Ich kenne viele Unternehmer gerade am Anfang ihrer Selbständigkeit denken, dass sie unbedingt eine professionell aussehende Webseite brauchen. Und wenn sie erst einmal eine Website haben, kommen Kunden wie von alleine und alle ihre Probleme sind gelöst.
So einfach ist es leider nicht.


Wenn Sie gerade keine oder wenige Kunden haben, dann wird auch eine Website nicht helfen. Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen. Vor ein paar Jahren habe ich zwei Monate damit zugebracht, eine neue tolle Website zu erstellen. Ich habe viel Zeit investiert, mir etliche Gedanken gemacht und irgendwann konnte ich sie endlich veröffentlichen. Gespannt wartete ich. Doch nichts passierte. Ich hatte nicht einen einzigen Besucher auf meiner Webseite.

Warum hatte ich keine Webseiten-Besucher?
Ganz einfach: Es wusste niemand, dass diese Website existiert. Und das ist der Punkt, auf den ich hinaus will: Wenn Sie Menschen kennen denen sie helfen können, dann können Sie es Ihnen direkt erzählen. Dafür brauchen Sie keine Webseite.

Wenn Sie keine Menschen kennen, denen sie helfen können, dann sollten Sie erst diese erst kennenlernen.
Überlegen Sie sich also im ersten Schritt, wie Sie potentielle Kunden erreichen können. Es macht viel mehr Sinn dort hinzugehen, wo diese Menschen sind, anstatt sie dazu zu bewegen zu wollen, zu ihrer Website zu kommen. Zumal sie nicht einmal wissen, dass sie existiert.

Nachdem ich einmal diese Erfahrung gemacht habe eine Website zu erstellen und keine Webseiten-Besucher zu haben, war ich das nächste Mal schlauer. Damals habe ich Workshops für Hochsensible gegeben. Und ich habe damit angefangen, Vorträge zu geben. Ich habe ein Facebook-Event erstellt hat meine Freunde eingeladen.

Zum allerersten Vortrag kamen tatsächlich zwei Menschen. Ich war schon kurz davor aufzugeben, weil ich mehr erwartet hatte. Dann dachte mir aber: "Ich mache das jetzt einfach weiter. Ein Vortrag pro Monat. Ein Jahr lang. Danach ziehe ich Bilanz und überlege, ob ich weitermache."

Mit jedem weiteren Vortrag kamen mehr Zuhörer. Dadurch, dass diese ersten zwei zufrieden waren und vielleicht anderen davon erzählt haben, waren beim nächsten Vortrag sechs Leute da.

Und so ging es immer weiter bis beim zwölften Vortrag 80 Zuhörer im Raum waren. Es hätte kein einziger mehr hineingepasst. Über 225 hatten auf "Ich nehme teil" geklickt. Und das Facebook-Event hatte ohne Werbung über 10.000 Menschen innerhalb einer Woche erreicht. Der Punkt ist: Ich hatte immer noch keine Website.

Ein weiterer Punkt: Mein Marketing hat mir ein nettes Einkommen beschert statt Geld zu kosten. Es war nicht viel, aber bis zu ein paar hundert Euro habe ich bei jedem Vortrags-Abend eingenommen, für wenige Stunden Arbeit.


Mein Marketing bestand daraus, ein Facebook Event pro Monat zu erstellen und Interessenten einzuladen. Bei dem Vortrag selbst habe ich eine E-Mail-Liste angefangen. Das heißt, jeder Teilnehmer sollte sich in eine Liste eintragen, um zu bestätigen dass jeder auf eigene Verantwortung teilnimmt. Und ich habe dann zusätzlich noch das Häkchen rein gesetzt: "Ich möchte über weitere Events informiert werden." Das Tolle daran war, dass ich nach einem Jahr eine E-Mail Liste von circa 500 Abonnenten hatte (wenn ich mich erinnere). Die meisten davon waren bereits Kunden bei mir und hatten mich live im Vortrag kennengelernt.



Das heißt, dass diese Menschen viel wertvoller waren als irgendwelche Leute, die mich nur übers Internet kennengelernt hätten. Und jetzt verstehen sie vielleicht auch besser, wie ich auf bis zu 200 Prozent Openrates in meinen Newslettern komme. Denn meine Abonnenten kennen mich und vertrauen mir, wie sie einem Freund vertrauen. Ich schicke ihnen keinen Spam, sondern nur Inhalte von denen ich weiß dass sie sich dafür interessieren und die Ihnen einen hohen Mehrwert bieten. Das ist ein weiteres Prinzip von authentischem Marketing: großzügig zu sein und zu helfen.

Der Weg zur Webseite
Nach ziemlich genau zwölf Monaten habe ich angefangen, die erste Version meiner Website zu bauen.

Wie viele Solopreneure stand ich vor der Frage: "Was schreibe ich denn nun auf meine Webseite?" Es kann sehr leicht sein - wenn sie ein Jahr lang Vorträge geben, wenn sie genau wissen an welcher Stelle die Zuhörer im Publikum lachen, an welcher Stelle sie weinen, an welcher Stelle sie die Stirn runzeln und wo sie gelangweilt schauen. Über die Erfahrung lernen sie, wie Sie ihr Publikum erreichen, was sie interessiert und was nicht.

Als ich die allererste Webseiten-Version für die Hochsensiblen gelauncht habe, hat es mich nicht viel Zeit gekostet die Texte zu schreiben. Denn es war, als würde ich guten Freunden einen Brief schreiben.

Eine Einladung an Sie: Egal wo Sie gerade stehen - fragen Sie sich nicht "brauche ich jetzt eine Webseite?", sondern fragen Sie sich: "Was ist jetzt der nächste Schritt?"

Es kann sein, dass der nächste Schritt ist, eine Webseite zu gestalten.. vielleicht ist es aber auch etwas ganz anderes. Tun Sie sich selbst den Gefallen, nicht zu früh eine Webseite bauen zu wollen. Wenn Sie nicht wissen, wer Ihre idealen Kunden sind, was sie wirklich interessiert, welche Worte sie verwenden.. dann finden Sie es lieber heraus, statt sich Wochen oder Monate gedanklich im Kreis zu drehen.

Sie können in Ihrem Kopf keine Antwort auf die Frage finden, was Ihre Kunden wirklich wollen. Das können sie Ihnen nur selbst beantworten.

Fehlt uns diese Klarheit, kommen wir oft auf dumme Gedanken. Zum Beispiel denken Sie, sie bräuchten ein besseres Design. So habe ich einmal etwa eine Woche lang willkürlich Bilder auf meiner Website ausgetauscht und wurde immer frustrierter. Der einzige Grund, warum ich das überhaupt machen konnte war, weil die Texte auf meiner Website so unklar waren, dass kein Bild dazu wirklich gepasst hat

Das heißt: Falls Sie gerade über Design ihrer Website nachdenken und nicht über das, was Sie draufschreiben könnten, ist das ein weiterer Indikator dafür, dass sie keine Klarheit haben, was eigentlich auf dieser Seite stehen soll.

Denn letztendlich sind es Worte, mit denen Sie Interessenten ansprechen und nicht an erster Stelle Bilder. Bilder wecken Interesse und Emotionen. Aber wenn wir nicht verstehen, was Sie anbieten, dann können wir nicht bei Ihnen kaufen. 

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Oder Wünsche für weitere Podcast-Folgen und Blogartikel über authentisches Marketing? Lassen Sie es mich gerne in einem Kommentar wissen!

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About the Author

Hallo, ich bin Thomas Bröker, der Gründer von "authentisches Marketing". Seit über 7 Jahren trage ich als Solopreneur Tools & Erkenntnisse zusammen, wie man mit Klarheit, Ehrlichkeit und Authentizität Kunden gewinnt, wie man durch Automatisierung & "smarte" Lösungen Geld und Zeit spart und durch das Leben der eigenen Berufung glücklich wird.